11.08.2008
Bei uns leihen Sie demnächst selbst
Einführung der RFID-gestützten Selbstausleihe an der Bibliothek der Fachhochschule Bielefeld
*** Die Ausgangssituation ***
In den sechs an den jeweiligen Hochschulstandorten angesiedelten Fachbibliotheken der Fachhochschule Bielefeld werden derzeit gut 8.100 aktive Nutzerinnen und Nutzer betreut, die im Jahr 2007 insgesamt 233.140 Entleihungen (Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 4 %) tätigten. Darüber hinaus wurden 9.200 (2006: 8.400) Fernleihbestellungen bearbeitet. Knapp 1.600 Personen aus allen Fachbereichen, überwiegend Studierende, nahmen an Schulungsveranstaltungen und Seminaren zur Informations- und Literatursuche teil. Dennoch zeigen Benutzerbefragungen, Evaluierungen in den Fachbereichen sowie hochschulübergreifende Rankings immer wieder, dass eine Ausweitung der Öffnungs- und Servicezeiten in den sechs Fachbibliotheken dringend erforderlich ist. Angestrebt wird daher eine Ausweitung der Öffnungszeiten Mo bis Fr von 8.30 h bis 21.00 h und Sa von 10.00 h bis 16.00 h in allen Fachbibliotheken. Die Realisierung soll im Zeitraum von 2008 bis 2010 schrittweise an den einzelnen Hochschulstandorten mit Hilfe von studentischen Hilfskräften, ergänzendem Aufsichtspersonal und moderner RFID-gestützter Mediensicherungs- und Selbstverbuchungstechnologie erfolgen. Für 2008 ist pilotmäßig die Ausstattung der ersten Zweigstelle, der Fachbibliothek Kurt-Schumacher-Str., mit RFID-Technologie im Rahmen eines für die vorlesungsfreie Zeit im Juli bis Ende September 2008 anstehenden Umbaus geplant.
*** Die Technik ***
RFID (Radio Frequency Identification) entspringt dem englischen und bedeutet Funkerkennung. RFID ist eine Methode, um durch den Einsatz von Frequenzen im Radiowellenbereich auf einem Tag gespeicherte Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt lesen und speichern zu können. RFID wird auf verschiedensten Gebieten seit Jahrzehnten angewendet, in Bibliotheken jedoch erst seit wenigen Jahren. Außer den Etiketten, in die ein Chip mit einer Antenne eingebunden ist, werden ein Reader in einem Terminal und/oder in einem Sicherungsgate benötigt. Mittels RFID-Technologie können Medien verbucht und gleichzeitig gesichert werden.
Der Einsatz der RFID-Technologie in Bibliotheken führt zu deutlich schnelleren Verbuchungsvorgängen bei der Ausleihe und Rückgabe der Medien und zu mehr Sicherheit als die traditionellen Lösungen wie z.B. Barcode. Muss bislang jedes Buch, jede CD mit einem Scanner einzeln eingelesen werden, können die Medien mit der RFID-Technologie im Stapel verbucht werden. Für das Bibliothekspersonal entfällt ein sehr zeitraubender und körperlich anstrengender Vorgang bei der Ausleihe und Rückgabe der Medien. Ferner wird die Kundenzufriedenheit durch die Verkürzung der Wartezeiten für die Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer erhöht.
RFID ermöglicht aber insbesondere die Einführung umfangreicher Selbstbedienungsfunktionen für Sie als Bibliotheksnutzerin bzw. -nutzer: Mit Hilfe von Selbstverbuchungsterminals können Sie Medien selbst ausleihen, verlängern und zurückgeben. Zur Ausleihe legen Sie die ausgewählten Bücher oder sonstigen Medien auf die Ablagefläche des Terminals und geben Ihren Bibliotheksausweis in das Lesegerät, ähnlich wie bei Geldautomaten. Über eine Funkverbindung mit dem in den Tisch integrierten System werden die Inhalte der RFID-Etiketten eingelesen und die Ausleihe bzw. Rückgabe verbucht.
*** Vorteile der Selbstverbuchung ***
Zukünftig können Sie auf diese Weise ohne Warteschlange schnell und einfach Bücher und sonstige Medien stapelweise ausleihen oder wieder zurückgeben. Hierzu benötigen Sie wie bisher lediglich einen gültigen Bibliotheksausweis. Über die erfolgte Buchung erhalten Sie selbstverständlich wie gewohnt eine Quittung.
Die Resonanz der Nutzerinnen und Nutzer in zahlreichen Bibliotheken mit RFID-Selbstverbuchung, wie der TU Karlsruhe, der FH Regensburg oder der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen, ist durchweg sehr positiv.
*** Der Datenschutz ***
Generell nutzen Bibliotheken passive RFID-Etiketten mit einer Frequenz von 13,56 MHz, die mit max. 45 cm eine wesentlich geringere Reichweite besitzen als die vom Handel verwendeten. Das bedeutet, es ist sehr unwahrscheinlich, dass Unbefugte, sofern es ihnen gelungen ist, sich einen entsprechenden Reader zu beschaffen, unbemerkt die auf dem Chip gespeicherten Daten auslesen können.
Der Datenschutz ist zusätzlich dadurch gewährleistet, dass keine personenbezogenen Daten auf den Chips gespeichert sind. Auch Daten, die Auskunft über die Titel von Medien geben, werden nicht abgelegt. Auf den RFID-Etiketten finden sich lediglich die Mediennummer, das Bibliothekskennzeichen, der Entleihstatus (entliehen/nicht entliehen), Angaben zur Entleihbarkeit, eine Angabe, ob es sich um ein mehrteiliges Medium handelt, und bei Teilen eines mehrteiligen Werkes die Nummer des jeweiligen Teils.
Die Bibliothek der Fachhochschule Bielefeld plant auf absehbare Zeit keine Einführung eines RFID-gestützten Bibliotheksausweises. Der bisherige Barcode-Ausweis kann auch weiterhin verwendet werden.
*** Das Projekt ***
In der Zeit vom 07.07.08 bis zum 01.09.08 - also während der Umbauphase - werden alle Medien (Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs und sonstiges) der Fachbibliothek Sozialwesen mit RFID-Etiketten ausgestattet und im Ausleihsystem erfasst. Anfang September wird die neue Ausleih- und Rückgabestation zur Selbstverbuchung installiert und nach erfolgreicher Testphase für den Routinebetrieb freigegeben.
*** Haben Sie noch Fragen? ***
Dann senden Sie doch bitte eine E-Mail an
bib.info@fh-bielefeld.de oder rufen Sie uns an unter 0521.106.3350.